Synagoge in Sötern

Die Synagoge in Sötern wurde 1817 erbaut. Die Kosten für den Bau der Synagoge hatten die jüdischen Einwohner zu tragen. Im Jahre 1841 wurde die Synagoge durch einen Sturm sehr schwer beschädigt, sodass sie renoviert werden musste.

Während der Reichspogromnacht 1938 wurden die Söterner Juden gezwungen, das Innere des Gotteshauses zu zerstören. Die Synagoge selbst konnte nicht in Brand gesetzt werden, da die Gefahr bestand, dass umliegende Häuser auch Feuer fangen könnten. Im Zuge der „Entjudung jüdischen Eigentums“ wurde das Gebäude an das SA-Mitglied K., der nach dem Krieg für seine Beteiligung an den Novemberpogromen verurteilt wurde, für 650 Reichsmark verkauft, obwohl ein Wertgutachten die Synagoge auf 2000 Reichsmark taxiert hatte. Während des Krieges wurde das Gotteshaus dann als Pferdestall benutzt.

Nach dem Krieg wurde das Gebäude an Familie N. verkauft und diente in den 1960er Jahren als Tankstelle. Lange war hier eine Bankfiliale untergebracht. Heute wird es als Wohnhaus genutzt. Nichts erinnert mehr an seinen ursprünglichen Zweck als Gotteshaus der jüdischen Gemeinde Sötern.

 

Synagogengebäude kurz nach Kriegsende

 

Ansichtskarte Söterns aus den 1960er Jahren: Nutzung der Synagoge als Tankstelle

 

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Das Synagogengebäude im Jahr 2015
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