Synagoge in Sötern

 

Die Synagoge in Sötern wurde 1817 erbaut. Der Bau wurde von den Brüdern Emanuel, Herz und Borg Feis und David Sender finanziert und von den übrigen Gemeindemitgliedern Zinslos abbezahlt. Bereits 1831 befand sich die Synagoge in einem baulich schlechten Zustand. Daher wurde sie von dem, aus Nohfelden stammenden, Maurer Claus Marian repariert. Im Jahre 1841 wurde die Synagoge durch einen Sturm sehr schwer beschädigt, sodass sie erneut renoviert werden musste. Im Jahre 1851 erhielt die Synagoge neue Bänke, weshalb 21 Eigentumsplätze neu zugeteilt werden mussten. Die restlichen Plätze wurden nach dem Alter an die verheirateten Gemeindemitglieder. Dahinter saßen die unverheirateten, ebenfalls nach dem Alter sortiert. Den Knaben wurden besondere Bänke zugewiesen. 1881 wurden die Plätze erneut umgeordnet, so dass der Chor und die Schuljugend auf der linken Seite saßen und die Eigentumsplätze auf der rechten Seite verteilt wurden.  Das Erdgeschoss des Synagogengebäudes wurde lange Zeit auch als jüdische Privatschule genutzt.

 

Synagoge Sötern

 

Während der Reichspogromnacht 1938 wurden die Söterner Juden gezwungen, das Innere des Gotteshauses zu zerstören. Die Synagoge selbst konnte nicht in Brand gesetzt werden, da die Gefahr bestand, dass umliegende Häuser auch Feuer fangen könnten. Im Zuge der „Entjudung jüdischen Eigentums“ wurde das Gebäude an das SA-Mitglied K., der nach dem Krieg für seine Beteiligung an den Novemberpogromen verurteilt wurde, für 650 Reichsmark verkauft, obwohl ein Wertgutachten die Synagoge auf 2000 Reichsmark taxiert hatte. Während des Krieges wurde das Gotteshaus dann als Quartier für Soldaten bzw. Unterkunft für Pferde und ähnliches benutzt.

Nach dem Krieg wurde das Gebäude an Familie N. verkauft und diente in den 1960er Jahren als Tankstelle. Heute wird es als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.

 

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