Schule in Sötern

Seit 1819 gab es in Sötern eine jüdische Privatschule, die sich im Untergeschoss der Synagoge befand. Die Schüler wurden von einem Lehrer unterrichtet, der oft auch gleichzeitig die Funktionen eines Vorsängers, Schächters und Beschneiders hatte.

Ab dem Winter 1880 konnten die jüdischen Schulkinder ein eigenes Schulhaus beziehen, das bis zur Schließung der jüdischen Gemeindeschule im Jahr 1910 genutzt wurde. Katholische und jüdische Schülerinnen und Schüler wurden für einige Monate dort gemeinsam unterrichtet. Ab Sommer 1910 besuchten die jüdischen Kinder eine neu gegründete Privatschule, die bis 1923 Bestand hatte und dann aufgrund der geringen Schülerzahl endgültig geschlossen wurde. Die jüdischen Kinder besuchten ab dann die katholische Dorfschule. Am 10.09.1935 gab es einen Erlass der Unterrichtsverwaltungen, dieser besagte, dass es ab dem Schuljahr 1936 eine klare Scheidung der Rassenzugehörigkeit der Kinder geben soll. Deshalb mussten die jüdischen Kinder in eigenen Schulen unterrichtet werden. Die Konfessionsschulen wurden 1937 abgeschafft, deshalb wurden alle Kinder in einer Gemeinschaftsschule zusammengefasst, mit Ausnahme der jüdischen Kinder. Außerdem gab es neue Schulfächer wie Rassenkunde und Vererbungslehre. Das Gebäude der Söterner Schule ist heute noch erhalten und befindet sich im Privatbesitz.

 

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