Friedhof in Sötern

 

Der Friedhof, auf dem auch die Toten der jüdischen Gemeinde Bosen bestattet wurden, ist wahrscheinlich bereits Ende des 17. Jahrhunderts angelegt worden und im 19. Jahrhundert mehrfach vergrößert worden. Im Jahre 1842 erhielt Sötern seine eigene Begräbnisordnung, die den Vorsänger mit der Anweisung der Grabstellen und Führung eines Grabregisters beauftragte.

Während der Progromnacht wurde der Friedhof geschändet. Viele Grabmahle wurden zerstört und entfernt. Auch sollen auf dem Friedhof religiöse und kulturelle Gegenstände vergraben worden sein. Die Zerstörung eines Familiengrabes, wurde von einer Frau aus Hermeskeil Anzeigezeigt. Jedoch konnte keinem Ortsansässigen Bürger die Tat nachgewiesen werden. Es trat die Vermutung auf, dass die Tat von so genannten fliegenden Kommandos des Westwallbunkers vollzogen wurde. Der Zeuge J. Schwickert beobachtete am Tag nach den Geschehnissen des 9./10. Novembers 1938, wie vor dem jüdischen Friedhof ein Lastwagen hielt:

Auf dem Friedhof befanden sich einige SA-Männer in Uniform, welche auf dem Friedhof Schriften aus der Synagoge verbrannten und Grabmäler zerstörten.“

Im Oktober 1998 wurde der Friedhof erneut geschändet. Über 59 Grabmale wurden schwer beschädigt. Heute sind noch etwa 205 Gräber zu sehen.

 

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