Friedhof in Sötern

Nach jüdischer Tradition ist ein Friedhof ein Ort der Ewigkeit, dessen Frieden niemand stören darf. Bei den Christen gibt es die Tradition, die Gräber mit Blumen zu schmücken. Im traditionellen Judentum hingegen ist dies nicht üblich, da Blumen etwas Vergängliches sind. Man legt zum Gedenken und als Zeichen der Verehrung kleinere Steine auf die Gräber

 

Der Friedhof heute

 

Der Friedhof, auf dem auch die Toten der jüdischen Gemeinde Bosen bestattet wurden, ist wahrscheinlich bereits Ende des 17. Jahrhunderts angelegt und im 19. Jahrhundert mehrfach vergrößert worden.

Während der Pogromnacht wurde der Friedhof geschändet. Der Zeuge J. Schwickert beobachtete am Tag nach den Geschehnissen des 9./10. Novembers 1938, wie vor dem jüdischen Friedhof ein Lastwagen hielt:

Auf dem Friedhof befanden sich einige SA-Männer in Uniform, welche auf dem Friedhof Schriften aus der Synagoge verbrannten und Grabmäler zerstörten.“

Im Oktober 1998 wurde der Friedhof erneut geschändet. Über 59 Grabmale wurden schwer beschädigt. Heute sind noch etwa 205 Gräber zu sehen.

 

Zerstörte Gräber auf dem Söterner Friedhof 1998
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