Jüdische Spuren vor Ort – Die Synagogen und Mikwen

Die Synagogen

Die Synagoge ist der wichtigste religiöse und gesellschaftliche Mittelpunkt des jüdischen Gemeindewesens. In ihr werden die gemeinsamen Gottesdienste begangen, sie dient aber auch als Lehrhaus und gesellschaftlicher Versammlungsort der Gemeinde.


Die Synagoge in Sötern

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Die Söterner Synagoge heute

Die Synagoge in Sötern wurde 1817 erbaut. Während der Reichspogromnacht 1938 wurden die Söterner Juden gezwungen, das Innere ihres Gotteshauses zu zerstören. Die Synagoge selbst wurde jedoch nicht in Brand gesetzt, da die Gefahr bestand, dass umliegende Häuser auch Feuer fangen könnten. Im Zuge der „Entjudung jüdischen Eigentums“ wurde das Gebäude an das SA-Mitglied K. für 650 Reichsmark verkauft, obwohl der Wert der Synagoge auf 2000 Reichsmark geschätzt wurde. Während des Krieges nutzte man das Gotteshaus als Pferdestall, in den 1960er Jahren als Tankstelle und heute wird es als Wohn- und Geschäftshaus (Bankfiliale) genutzt. Nichts erinnert mehr an seinen Zweck als ehemaliges Gotteshaus der jüdischen Gemeinde Söterns.

 

Synagoge Sötern
Ansichtskarte Söterns aus den 1960er Jahren: Nutzung der Synagoge als Tankstelle

Die Synagoge in Bosen

Ehemalige Bosener Synagoge

Seit 1769 gab es in Bosen ein jüdisches Gebetshaus (heutige Bosbachstraße). 1881 wurde an der gleichen Stelle eine neue Synagoge erbaut. Von 1830 bis 1871 gab es in den Räumlichkeiten eine jüdische Schule. Die Synagoge, deren Innenräume während des Novemberpogroms 1938 geschändet wurden, diente in den Kriegsjahren als Kriegsgefangenenlager. Heute befindet sich das Gebäude in Privatbesitz. Auch hier erinnert nichts mehr an seine frühere Bestimmung.



Die Mikwen

Die Mikwe ist ein wichtiger Bestandteil der jüdischen Tradition. Sie ist ein rituelles Tauchbad und dient der rituellen Reinigung.


Die Söterner Mikwe

Bevor in Sötern eine Mikwe gebaut wurde, befand sich das Bad wahrscheinlich im Keller der Synagoge. 1841 wurde die Mikwe fertig gestellt. In einem kleinen Vorraum befand sich ein Ofen mit dem Heizkessel, daneben lag die Badestube mit einer hölzernen Badewanne, die in den Boden eingelassen war.
Das Gebäude wurde, nachdem es verkauft worden war, als Stall und Abstellraum genutzt. Obwohl es 1989 unter Denkmalschutz gestellt wurde, hat man es 2005 abgetragen.


Die Bosener Mikwe

Boserner Mikwe
Die Bosener Mikwe heute

Das erste Bosener Frauenbad befand sich wie in Sötern im Keller der Synagoge. Das erste Badehaus wurde 1841 erbaut und genutzt. Es gab nur einen Raum, in dem der Heizkessel stand und die Badewanne in den Boden eingelassen worden war. Um 1920 wurde das Gebäude verkauft. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude kann heute noch besichtigt werden.

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